Dienstag, 3. Mai 2005
Reclaim the Rainbow!
Kein Frieden ohne Befreiung!
Diskussion mit Café Critique bei queerograd#2

Seit Gilbert Baker in San Francisco in Anspielung auf Judy Garlands "Somewhere over the rainbow" das wichtigste Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung entworfen hatte, stand der Regenbogen für die Wertvorstellungen, die sich in der Folge von Stonewall 1969 entwickelten: den Kampf darum, ohne Angst verschieden sein zu können. Auf den Massenaufmärschen des alten Europa im Jahre 2003 wehte der gestohlene Regenbogen jedoch in leicht abgewandelter Form als „Pace“-Fahne neben der Maschinenpistole auf dem gelben Banner der Hamas, den saudischen Säbeln auf der grünen Flagge des Jihad und der Fahne Saddam-Iraks. Das ungefragt übernommene Symbol hat nicht dazu beitragen können, den Friedensbewegten die sexualemanzipatorischen Voraussetzungen des Friedens nahe zu bringen, sondern im Gegenteil dem antiamerikanischen Ressentiment ein neues Erkennungszeichen verschafft. Bis 2003 war der Regenbogen in der öffentlichen Wahrnehmung queer. Artikuliert sich kein Widerspruch, so wird er in Zukunft mit dem antiamerikanischen Wahn assoziiert, der Saddam an der Macht belassen wollte, den Islamismus und panarabischen Nationalismus mit einer antiisraelischen "Entspannungspolitik" umarmen möchte und jede Freiheit der und des Einzelnen der Ideologie seiner neuen Bündnispartner zu opfern bereit ist.

Café Critique ist ein unabhängiger Diskussionszusammenhang, der sich der allgemeinen Emanzipation verpflichtet fühlt und schon deshalb die Linke in kommunistischer Absicht kritisiert. Café Critique interveniert in gesellschaftliche Auseinandersetzungen, organisiert Diskussionsveranstaltungen, publiziert in diversen Zeitschriften, produziert Sendungen für die freien Radios und führt Seminare zur Schärfung der Waffen der Kritik durch. Vierzehntägig findet gemeinsam mit der Basisgruppe Politikwissenschaft und Unorganisierten in Wien ein jour fixe statt, bei dem aktuelle und grundsätzliche Fragen diskutiert werden, wie zuletzt Nationalsozialismus, Postfaschismus und Demokratie, Psychoanalyse und Gesellschaftskritik, Islamischer Faschismus, Djihadismus und arabischer Nationalismus sowie Adornos Vorlesungen über Geschichte, Freiheit und negative Dialektik. Momentan beschäftigen wir uns mit der Kritik neokonservativer Gesellschafts- und Geschichtstheorien.

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Gut zu wissen, sehr schoene Flyer habt ihr... ...und einen sehr interessanten, sympathischen Ton am...
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spannend und wohl auch kontrovers... ! ...das programm is a bisserl verwirrend am anfang ;)
by pppppppp (2007.11.06, 14:56)
QueeroDank Queerograd: Casper Zehner Tomas Jehle, Kontakt: +43.699.19430184 tomasÄT22j100f.com Lieben Dank und Küsse an: Queerograd_Graz07...
by snivlem (2007.10.25, 16:40)
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